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Die Buchlinge werden meist als blutrünstige Zyklopenart dargestellt, die alles fressen, was ihnen in die Quere kommt. Doch wie von Hildegunst von Mythenmetz festgestellt, stimmt dieses Klischee nur teilweise bis überhaupt nicht.


AllgemeinBearbeiten

Buchlinge sind die intelligenteste und gebildetste Daseinsform der Katakomben von Buchhaim und die friedfertigsten Vertreter der Gruppe der Zyklopen. Die Buchlinge leben in den Katakomben von Buchhaim, genauer gesagt in der Ledernen Grotte. Sie verehren, sammeln, pflegen und lesen Bücher. Darin besteht ihr gesamter, aber für sie sehr ausgefüllter Lebensinhalt. Sie glauben auch, vermutlich zurecht, diejenigen zu sein, die am meisten von Literatur haben, denn sie müssen sie nur lesen, während andere sie schreiben, lektorieren, verlegen und verkaufen müssen.[1]


PhysiologieBearbeiten

Buchlinge der Ledernen Grotte
Sie sind durchschnittlich 50cm große Zyklopen, jedoch variiert die Größe sehr stark, ebenso wie der Körperbau, die Hautfarben und -Strukturen. Buchlinge können zum Beispiel Schuppen oder glatte lederartige Haut haben. Sie meiden die Oberfläche, weil sie dort nur schwer atmen können. Sie verfügen über hypnotische Kräfte, mit denen sie Tieren oder Personen befehlen können, sich in andere hineinzuversetzen. Buchlinge können darüber hinaus sehr effektiv andere Lebewesen hypnotisieren. Dazu müssen sie mindestens zu dritt sein und der Proband muss ihnen in die Augen sehen, während sie einen summenden Ton von sich geben.[2]

Um sich vor Fressfeinden zu schützen, imitieren Buchlinge von Natur aus den Geruch eines gefährlichen Katakombenpilzes, welcher nach Bittermandel riecht und jedem Wesen in den Katakomben sehr negativ bekannt ist.[3] Die Atmung der Buchlinge ist sehr an die Verhältnisse der Katakomben angepasst. Sie benötigen verbrauchte Luft zum Atmen, was ihnen die Existenz in höheren Schichten oder gar der Oberwelt unmöglich macht.[4]

Buchlingsgefühle

Gefühlsausdrücke der Buchlinge

Buchlinge sind vermutlich geschlechtslos, können aber einen weiblichen oder männlichen Namen tragen, je nachdem, mit welchem Dichter sie sich "verbinden", und dementsprechend auch eine eher männliche oder weibliche Persönlichkeit annehmen. Da bisher noch niemals ein Buchling eines natürlichen Todes gestorben ist, wird vermutet, dass sie eine unendliche Lebensspanne haben, doch genau weiß man es nicht und so glauben einige an das "Große Mysterium", in das sie eingehen werden. Dass Buchlinge gewaltsam sterben können, wurde tragisch unter Beweis gestellt.[5]


NahrungBearbeiten

Buchlinge ernähren sich, einfach ausgedrückt, von Büchern. Allerdings nicht auf die Art und Weise wie Bücherwürmer oder -maden das tun, sondern auf eine weitaus kultiviertere Weise. Sie verspeisen nicht die Seiten, sondern den Inhalt von Büchern. Wie genau das funktioniert, will ein Eydeet mit dem Namen Prof. Dr. Mustafa Kukkuck herausgefunden haben. Per Telepathie will er einen Buchling namens Ojahnn Golgo van Fontheweg dazu gebracht haben, sich selbst zu vermessen und zu untersuchen, um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Buchlingsauge
Kukkuck veröffentlichte in den entsprechenden Fachzeitschriften seine Ergebnisse als "Fonthewegsche Protokolle", die in der Wissenschaft heftigst umstritten sind. Schließlich ist unsicher, ob diese Ergebnisse wirklich auf der telepathischen Übertragung eines Buchlings beruhen oder ob Dr. Kukkuck einfach verrückt geworden ist. Doch seine Theorien sind dadurch nur noch bekannter.

Kuckkuck zufolge lesen Buchlinge wie alle anderen auch und nehmen Literatur dank der Pupille und der optischen Gesetze auf. Innerhalb des Glaskörpers des Buchlingauges soll sich der sogenannte "Augengaumen" befinden. Innerhalb dessen wiederum die "Literarischen Rezeptoren", die das Gelesene vorverdauen und in "Literarische Kalorien" umwandeln. Diese werden dann über Sehnerv und "Optogastrische Speiseröhre" in den "Brämen" transportiert, der sich im Hüftbereich der Buchlinge befindet. Ähnlich zu anderen Daseinsformen und deren Organen, wie beispielsweise der "Knilschbrömen", soll der Brämen der Buchlinge mehrere Funktionen erfüllen, in diesem Fall die von Magen und Gehirn, sodass die Literatur nicht nur geistig, sondern auch körperlich sättigend ist.[6]

Buchlinge bestätigen dies indirekt, indem sie Hildegunst von Mythenmetz einiges über die Sättigungswerte von verschiedenen Literaturrichtungen erzählen. Auch reagiert jeder Buchling anders auf jedes Werk. Beispielsweise ist es Danzelot Zwei möglich, sehr viel und ausgiebig zu lesen, ohne zuzunehmen, während einige andere sofort an Übergewicht zulegen.

Die Buchlinge selbst schämen sich dieser Art von Nahrung etwas, weil es nicht zu ihrer sonstigen schöngeistigen Lebensweise passt. Außer dem "verschlingen" von Büchern nehmen die Buchlinge nur Wasser zu sich und sind damit vollkommen versorgt.[7]


EntstehungBearbeiten

Buchlinggeburt

Ein Buchling schlüpft aus seinem Kokon

Über ihre Fortpflanzung ist noch nicht viel bekannt. Die Buchlinge selbst wissen nur, dass jedes Jahr ihre Kinder immer in der Nähe der Ledernen Grotte auf dem Boden liegen, doch vermuten sie, dass die jungen Buchlinge aus alten Büchern gekrochen kommen. Eine andere Darstellung zeigt ihre Entwicklung aus larvenähnlichen Hüllen. Woher diese Ursprungsformen der Buchlinge stammen, ist unbekannt.[8]

NamensgebungBearbeiten

Die Buchlinge benennen sich in jungen Jahren nach einem Schriftsteller oder Dichter und sehen es dann als ihre Lebensaufgabe, alle Gedichte, Romane und Geschichten ihres Namenspaten auswendig zu lernen.

Das Pensum der Buchlinge gestaltet sich dementsprechend sehr unterschiedlich. Während Golgo ein immenses Lebenswerk bewältigen muss, hat Danzelot Zwei lediglich ein Buch und ein kleines Gedicht zu memorieren. Auch für jungen Buchling Hildegunst von Mythenmetz ist es anfangs ein Problem, da sein Pate zu diesem Zeitpunkt (Die Stadt der Träumenden Bücher) noch kein einziges Wort zu Papier gebracht hat. Allerdings sollte sich das bald ändern.[9]

Reich der BuchlingeBearbeiten

Das Reich der Buchlinge umfasst ein komplexes Höhlensystem aus vielen Höhlen, Grotten und Wegen.[10] Als großer Versammlungsraum und kulturelles Zentrum gibt es die Lederne Grotte. Davon zweigen die Wohnhöhlen ab, die Ruhestätte der Buchlinge. Neben der Ledernen Grotte gibt es noch ein Bücherkrankenhaus und eine Kerzenfabrik. Im Bücherkrankenhaus werden verschlissene Bücher wieder repariert und restauriert, in der Kerzenfabrik wird aus Büchermaden Kerzenfett hergestellt. Als Archiv für wertvolle Gegenstände, die nicht Bücher sind, gibt es die Wunderkammer. In ihr werden zum Beispiel Reliquien oder Briefe von berühmten Autoren aufbewahrt. Außerdem gibt es einen Ort, deren Zugang die Buchlinge geheim halten und mit einer Unsichtbaren Pforte tarnen. Dahinter beginnt der Wald der Kristalle, eine scheinbare Wiese mit Blumen etc., die aber aus vielen kleinen Kristallen besteht. Danach kommt die Teufelsküche, eine mittelgroße Grotte, in deren Mitte ein Tümpel mit heißer Lava steht. Hierher kommen die Buchlinge, wenn sie sich unter saunaähnlichen Zuständen entspannen wollen. Hinter der Teufelsküche ist ein See aus erstarrtem Bernstein. In ihm sind große urzeitliche Insekten eingeschlossen. Neben dem See ist ein Zugang in eine große Höhle, in der viele steinerne Baumstämme stehen, an deren Fuß Hexenhutpilze stehen. Die Buchlinge betreten den Wald nicht, da schon welche von ihnen darin verschwunden sind. Dieser Wald könnte ein Zugang zum Totenforst und damit zu Untenwelt sein.
Dahinter steht die Kammer der gefangenen Echos, das ist eine Grotte, in die Stimmen und Geräusche hinein-, aber nicht wieder hinaus gelangen können. Hier hallen auf alle Ewigkeiten Hilfeschreie von Verirrten herum. Nach dem mehr kulturellem Teil der Höhlen kommt der wirtschaftliche Teil der Buchlinge. Sie nennen ihn den Diamantgarten, weil in der Höhle hunderte Diamanten zu finden sind. Die Größe variiert von faustgroßen Steinen bis zu hausgroßen Diamanten. Die Buchlinge haben keinen praktischen Nutzen von den Diamanten, aber sie bearbeiten sie großzügig und horten sie anschließend, oder sie verstecken ein paar Diamanten in den Katakomben.[11]

WeiteresBearbeiten

Buchling (Gebäck)

Das Gebäck "Buchling"

Die Buchlinge konnten sich bisher mit ihren telekinetischen Kräften vor Angreifern schützen indem sie ihren hypnotisierten Opfern Angriffe von gefährlichen und angsteinflößenden Buchlingen suggerierten. Als Verbündeten haben sie in diesem Punkt auch den Meister-Bücherjäger Colophonius Regenschein, der in seinem Werk Die Katakomben von Buchhaim kräftig an der Legende der Schrecklichen Buchlinge weiterspinnt. Ein beliebtes Spiel ist, sich in einen Kreis zu stellen und in der Mitte einer anhand eines Gedichtes erraten muss, von welchem Autor dieses stammt - sie nennen dies Ormen.[12]

Im oberirdischen Buchhaim gibt es ein Gebäck das ebenfalls den Namen Buchling trägt. Allerdings nur wegen seiner Buchform.[13]

Buchling tier

Buchling reitet auf einem Tier (Zamonien-Kalender 2015)

Es gibt bereits Hinweise, dass Buchlinge Katakombenkreaturen gezähmt und für ihre Zwecke ausgebildet haben. Das ist entweder ein neuer Bestandteil ihrer Kultur nach Wiederbesiedlung der Ledernen Grotte, oder war Mythenmetz bisher unbekannt.


Quellenangaben

  1. Die Stadt der Träumenden Bücher , 28. Die Lederne Grotte, S. 218ff.
  2. Die Stadt der Träumenden Bücher , 28. Die Lederne Grotte, S. 218ff; 34. Ein Frühstück und zwei Geständnisse, S. 268f.
  3. Zamonien – Entdeckungsreise durch einen phantastischen Kontinent, Buchlinge, S. 42.
  4. Die Stadt der Träumenden Bücher , 31. Die Wunderkammer, S. 243.
  5. Die Stadt der Träumenden Bücher , 30. Die Musik der Zyklopen, S. 238f; 40. Die Büchermaschine, S. 295ff.
  6. Zamonien – Entdeckungsreise durch einen phantastischen Kontinent, Buchlingsauge, S. 46ff.
  7. Die Stadt der Träumenden Bücher , 34. Ein Frühstück und zwei Geständnisse, S. 265f.
  8. Die Stadt der Träumenden Bücher , 38. Zack hitti zopp, S. 278f.
  9. Die Stadt der Träumenden Bücher , 26. Drei Dichter, S. 212f.
  10. Die Stadt der Träumenden Bücher , 32. Die Unsichtbare Pforte, S. 251ff.
  11. Die Stadt der Träumenden Bücher , 33. Der Stern der Katakomben, S. 259ff.
  12. Die Stadt der Träumenden Bücher , 34. Ein Frühstück und zwei Geständnisse, S. 267ff; 29. Das Ormen, S. 228f.
  13. Die Stadt der Träumenden Bücher , 11. Vom Schreckenshaus zum Schrecksenhaus, S. 82f.