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Dylia

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Prinzessin Dylia nennt sich auch gern Prinzessin Insomnia und gab sich diesen Namen, weil sie unter extremer Schlaflosigkeit leidet - nur eines, aber dafür das deutlichste Symptom ihrer unheilbaren und rätselhaften Krankheit. Diese ist derart selten, dass weder eine Heilung noch auch nur ein Name dafür existieren.

Dylias Schlaflosigkeit bestimmt ihr Leben. Vier Wochen ununterbrochen ohne Schlaf ist ihr zweifelhafter Rekord. Sie projiziert ihr Problem der Schlafstörungen auf die Existenz des Schlafes. Deshalb ist Dylia der Meinung, dass ohne Schlaf diese Probleme mit vielen anderen zusammen gelöst wären. "Wirtschaftlich gesehen richtet der Schlaf mehr Schaden an als Krieg, Krankheit und Inflation zusammen."

Um sich während der durchwachten Nächte abzulenken, lässt sie ihrer Fantasie freien Lauf. Sie schweift ab und stellt sich Szenarien vor, in denen sie beispielsweise eine gefeierte Autorin ist. Aber erst durch ihre Schlaflosigkeit bemerkt Dylia die Zwielichtzwerge, regenbogenfarbige und gleichzeitig durchsichtige Wesen, die wie aus Seifenblasen gemacht erscheinen.

Doch sie erhält noch anderen nächtlichen Besuch. Von Havarius Opal, der sich einen "Alptraumorganisator" nennt. Er ist ein Nachtmahr und kündigt Dylia an, dass er sie in den Wahnsinn treiben will. Allerdings bietet er ihr auch an, mit ihm eine abenteuerliche Reise zu machen - in ihr eigenes Gehirn, nach Amygdala, der Stadt der Angst, in der das dunkle Herz der Nacht regiert, will er mit ihr gehen. Weil es um ihren Verstand und ihr Leben geht, willigt Dylia ein.

Magazin "Der Nachtmahr"Bearbeiten

Der Nachtmahr 01.png

Das Magazin "Der Nachtmahr"

Im Magazin Der Nachtmahr äußert Dylia schriftlich ihre Meinung zu der Frage "Wird Schlafen überschätzt?"

Die Antwort gleich vorneweg. Meiner Meinung nach ja - und zwar maßlos. Mal ehrlich: Wozu ist Schlaf überhaupt nützlich, rein ökonomisch betrachtet? Zu nicht viel. Nur steinreiche Hoteliers und geldgierige Herbergsväter profitieren davon. Bettenhersteller und Schlafanzugfabrikanten. Und wie erheblich einfacher, billiger und sicherer wäre zum Beispiel das Reisen, wenn man nicht schlafen müsste? Keine gehetzten Kutschfahrten mehr, um vor Einbruch der Nacht das nächste Gasthaus zu erreichen. Keine Hoteldiebe, kleptomanische Zimmermädchen und Raubmorde mehr. Keine lieblosen Frühstücksbuffets mit lauwarmem Orangensaft und kaltem Kaffee, keine zu harten, zu weichen oder quietschenden Betten mit schmutzigen Laken, keine randalierenden betrunkenen Gäste im Nachtbarzimmer. Dann könnte man auf Reisen einfach durchmachen bis zu seiner Destination und in der Kutsche glockenwach gute Bücher lesen, statt zwischendurch an drei bettwanzenverseuchten Gasthäusern anzuhalten, nur um dort Zeit, Nerven und ein Heidengeld loszuwerden. Und sich durch die dünnen Wände das Geschnarche seiner Zimmernachbarn anzuhören. Reiseliteratur würde nur noch aus interessanten Beschreibungen von Landschaften und fremden Sitten bestehen, und nicht mehr von zu weich gekochten Frühstückseiern, verstopften Toiletten oder Zimmern ohne Aussicht handeln. Wie viele Romane, Gedichte und Novellen mehr hätte Ojahnn Golgo van Fontheweg schreiben können, wenn er nicht die Hälfte seines Lebens verschlafen hätte? Wie viele Symphonien hätte Evubeth van Goldwein ohne Schlafbedürfnis komponiert? Wie viele Bilder hätte Vochtigan Venng in ständig wachem Zustand gepinselt? Das Doppelte doch wohl mindestens. Wirtschaftlich gesehen richtet der Schlaf mehr Schaden an als Krieg, Krankheit und Inflation zusammen. Und hält alle nur von der Arbeit, vom Denken und vom Forschen ab. Wir würden heutzutage wahrscheinlich mit Zeitmaschinen durch die Dimensionen rauschen, wenn der verfluchte Schlaf nicht wäre. Vielleicht hätten wir längst alle Krankheiten und den Tod besiegt, die Schwerkraft aufgehoben und würden regenbogenfarbene Riesenbananen in anderen Galaxien züchten. Wir würden das Wetter und die Gezeiten kontrollieren und alle in Saus und Braus und ewiger Gesundheit leben.

Der Nachtmahr 06f.png

Dylias Artikel im Magazin "Der Nachtmahr"

Ist der Schlaf nicht eigentlich unser größter Feind überhaupt? Stiehlt er uns nicht unser allerkostbarstes Gut - die Lebenszeit? Und was bekommen wir dafür im Gegenzug? Schlafstörungen, Alpträume und Wadenkrämpfe in der Nacht? In jeder Wohnung, jedem einzelnen Wohnhaus beanspruchen die Schlafzimmer für den größten Teil des Tages völlig nutzlos wichtigen Wohnraum, der uns für wache Beschäftigungen fehlt. Warum gibt es Schlafzimmer, aber keine Wachzimmer, obwohl wir viel mehr Zeit mit Wachen als mit Schlafen verbringen? Kinder müssen Abend für Abend umständlich in den Schlaf gesungen und gewiegt und dann wieder getröstet werden, wenn sie weinend aus Alpträumen erwachen. Warum arbeiten Wissenschaftler nicht energisch und gemeinsam an der Abschaffung des Schlafes, statt ständig neue Schlafmittel auf den Markt zu werfen? Man sollte das Übel an der Wurzel packen! Und den Schlaf als solchen abschaffen. Dann gibt es auch keine Probleme mit Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen, keinen Schlafmangel, keinen Schlafentzug und keine Abhängigkeit von Schlaftabletten mehr.

Was wäre uns denn dadurch entgangen, wenn es den Schlaf nie gegeben hätte? Die Erfindung des Etagenbettes? Oder des Schlafsacks? Die Schlafmütze, die Schlaftablette und der Nachttopf? Die blöden Schlaflieder habe ich schon als kleines Kind gehasst. Wer schläft, träumt doch nur davon, lebendig zu sein - dem Tod ist er dabei viel näher.

Auszug zu Dylia aus Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene NachtmahrBearbeiten

Insomnia 246f.png

Der Auszug von Seite 246 aus "Prinzessin Insomnia & der alpraumfarbene Nachtmahr"

Dylia könnte ihre gesammelten Erfahrungen mit Opal wissenschaftlich aufbereiten und zur führenden Nachtmahr-Expertin Zamoniens werden. Und Vorträge an Universitäten halten: Nachtmahre – Feinde in deinem Hirn. Das würde sich gut auf einem Plakat mit ihrem Gesicht machen. Sie könnte ein Buch schreiben: Ins dunkle Herz der Nacht – Ich reiste mit einem Nachtmahr. Guter Titel, oder? Oder: Amygdala – Die Expedition ins eigene Ich. Eine Reisebeschreibung. Das klang fast noch besser, seriöser. Sollte sie vielleicht ein Pseudonym wählen? Um ihre königliche Familie nicht zu kompromittieren? Dylia Insomnia klang in ihren Ohren ziemlich gut. Oder einfach nur Prinzessin Insomnia, das verriet noch weniger. Andererseits: Mit ihrem prominenten adligen Namen würden sich ihre Bücher besser verkaufen. Und sie könnte sich mit den Tantiemen eventuell sogar von der königlichen Schatzkammer unabhängig machen. Ja, sie konnte die verkaufstüchtigen Buchhändler bereits raunen hören: »Haben Sie schon den neuen Bestseller von Insomnia gelesen, der schlaflosen Dichterin? Olala! Es ist ein Enthüllungsroman über das Alptraumgewerbe. Sie werden kein Auge zukriegen bei der Lektüre, das verspreche ich Ihnen!«

Ah - die Tagtraumphantasien gingen wieder mit Dylia durch! Und das in dieser Umgebung, die an Traumhaftigkeit eigentlich kaum etwas zu wünschen übrigließ. Sie hatte sich schon derart an die Innenarchitektur ihres eigenen Gehirns gewöhnt, dass ihr pechschwarzer Hirnboden, über den glühende violette Nebel krochen, fast genauso banal vorkam wie die gigantischen blau und blutrot geäderten Nervenstränge, die sich daraus wie ... Prinzessin Insomnia & der alkptraumfarbene Nachtmahr, S. 246

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