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Ensel und Krete ist die Neuerzählung des altertümlichen, zamonischen Märchens durch Hildegunst von Mythenmetz. Gespickt ist die Geschichte von einer seiner Erfindungen, den Mythenmetzschen Abschweifungen, und angehängt ist noch eine halbe Biografie Mythenmetz', erstellt von Walter Moers.

Das Märchen handelt von dem Zwillingspaar Ensel und Krete, zwei Fhernhachenkinder, die mit ihren Eltern Urlaub im Großen Wald machen. Bei einem Ausflug, auf dem sie Himbeeren und andere Waldfrüchte sammeln, wird es Ensel langweilig und er bringt seine Schwester dazu, mit ihm die gesicherten Waldwege zu verlassen. Sie verirren sich und geraten in den verbotenen Teil des Waldes.


Ensel und Krete - Inhalt Bearbeiten

I.BaumingBearbeiten

Bauming

Bauming

Das Buch beginnt mit der Beschreibung von Bauming, der nun schon lange existierenden Heimat der Buntbären. Diese Siedlung ist als Erholungs- und Entspannungsort für den Tourismus ausgebaut und fast alle Buntbären leben auch davon. Die einzelnen Dörfer in Bauming werden beschrieben, sowie ihre jeweiligen Vorzüge und spezielle Ausrichtung für die Touristen. Dies wird immer wieder mit Einträgen aus dem Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung unterstützt.

Beschrieben werden auch die zwei Protagonisten des Märchens, Ensel und Krete, zwei achteinviertel Jahre alte Fhernhachenkinder, die der typischen Beschäftigung für Touristenkinder in Bauming nachgehen: dem Himbeerenpflücken. Während Krete damit vollauf zufrieden ist, will ihr Bruder Ensel mehr und überredet sie dazu, mit ihr ein wenig tiefer in den Wald zu gehen. Sie streuen Himbeeren auf den Weg, um wieder zurückfinden zu können. Doch diese werden von einem Erdgnömchen und seinen Stammesgenossen entdeckt und als Nahrungsvorrat mitgenommen. Die zwei Kinder müssen feststellen, dass sie sich verlaufen haben.

Hier schaltet sich zum ersten Mal der "Autor" Hildegunst von Mythenmetz ein. Er erklärt dem Leser, dass er in diesem Werk ein revolutionäres Stilmittel einführt, das er Mythenmetzsche Abschweifung nennt. Der Autor darf dank dieses Stilmittels willkürlich den normalen Text und damit die Handlung unterbrechen, um sich ungehindert über alles Mögliche auszulassen, Werbung zu machen oder über Kulturkritiker zu lästern. Dies alles tut Mythenmetz, gibt sich erst nach mehreren Seiten zufrieden und lässt die Handlung fortfahren.

Ensel und Krete verirren sich immer weiter im Wald, weil sie nicht mehr annähernd wissen, aus welcher Richtung sie gekommen sind. Anfangs erscheint ihnen der Wald noch normal und durchschnittlich wie in Bauming. Auf ihrem Weg begegnen sie einem Waldgnom, der ihnen anscheinend helfen möchte und ihnen die Richtung weist. Sie laufen nur noch tiefer in den Wald hinein und Mythenmetz enthüllt, dass es sich bei dem Waldgnom in Wahrheit um einen Stollentroll handelte.

Immer wieder unterbricht Mythenmetz die Handlung, teilweise um handlungsrelevante Hinweise zu geben, wie die Erklärung der Zamonischen Urmathematik, aber auch um Dinge zu tun, wie seitenweise "Brummli" zu schreiben und das als avantgardistisches Verhalten zu deklarieren.

Die Kinder gelangen in den Bereich, in dem damals die Waldspinnenhexe verbrannt wurde, und beginnen wirre Geschichten zu halluzinieren, von denen sie sogar einige Strecken gemeinsam träumen. Als sie daraus aufwachen, entdecken sie, dass nichts mehr auf die Nähe von Zivilisation hinweist und sie mitten im verbotenen Teil des Großen Waldes gestrandet sind.


II. Der Große WaldBearbeiten

Das Geschwisterpaar irrt weiter durch den Wald und stößt immer wieder auf eine Lichtung mit einem umgestürzten Baum. Doch laufen die zwei offensichtlich nicht im Kreis und glauben dann sogar, eine kurze Begegnung mit der Hexe gehabt zu haben. Dies nimmt Mythenmetz gleich zum Anlass für eine weitere Abschweifung zum Thema Hexen und erklärt, dass die meisten harmlos sind. Was jedoch Ensel und Krete als Hexe bezeichnen, ist vorerst unbekannt. Es wird nur im Verlaufe der Geschichte klar, dass es ein Wesen gibt, dass einen bestimmten Teil des Waldes beherrscht und dort grausam unter den Lebewesen wütet.

Auf ihrer Suche nach dem richtigen Weg aus dem verbotenen Teil des Waldes stoßen Ensel und Krete auf einen Tümpel, der sich als geschmolzener Meteor entpuppt und mit dem sich Ensel telepathisch unterhält, bis ihn seine Schwester und der Stollentroll herausziehen. Dieser täuscht stollentrolltypisch große Reue über sein vorheriges Fehlverhalten vor und weist den Kindern nun den richtigen Weg. Diese sind jedoch misstrauisch geworden und tun kindertypisch das Gegenteil von dem was, ihnen der Stollentroll geraten hat. Damit schlagen sie den genau falschen Weg ein.

Sternenstauner

Sternenstauner

Sie landen in einem sehr abstrusen Teil des Großen Waldes, in dem ihnen keine Pflanze bekannt ist. Nach langem Marschieren treffen Ensel und Krete auf sogenannte Sternenstauner, uralte Wesen, angeblich die ersten des gesamten Universums, die zusätzlich unsterblich sind. Drei von ihnen stehen in diesem Teil des Waldes und hindern Ensel daran, einen der giftigen Hexenhutpilze zu essen. Die Kinder erhoffen sich, mehr von ihnen über den Wald zu erfahren, und möglicherweise auch einen Weg hinaus. Doch, wie Mythenmetz in einer Abschweifung anmerkt, hat hohes Alter wenig mit Weisheit oder gutem Charakter zu tun. Die drei versuchen, die Kinder zu überreden, sich der Hexe auszuliefern, nur weil sie die Vermutung haben, dass sie dann wieder bessere Pilze in ihrer Umgebung essen können.

Während der weiteren Wanderung gerät Krete in Gefahr, wird jedoch von einer Orchidee gerettet, die Ensel und Krete daraufhin ausgraben, um sie an einem besseren Platz wieder einzusetzen. Die Pflanze weist ihnen den Weg aus dem absonderlichen Teil des Waldes und auf eine friedliche Lichtung mit einem Flüsschen, neben dem ein Haus steht.


III.Das HausBearbeiten

Den dritten Abschnitt des Buches beginnt Mythenmetz mit einer Abschweifung in der er darüber spekuliert, was seine Leser vermutlich denken, was es für ein Haus ist, ob die Geschichte nun eine gute oder schlechte Wendung nehmen wird, und ob sich in dem Haus die Hexe befindet oder nicht. Eine ähnliche Diskussion entbrennt zwischen den Geschwistern, die zusätzlich vom plötzlich wieder aufgetauchten Stollentroll nur befeuert wird.

Schlussendlich beschließen die beiden das Haus zu betreten und stellen fest, dass das Haus aussieht, als wäre es für sie gemacht. Alles ist in ihrer Größe und die hungrigen Kinder machen sich auch über das Essen auf dem Herd her, das jemand dort gelassen hat. Als sie aufgegessen haben und feststellen, dass der Topf sich wieder gefüllt hat, merken sie, dass es wohl das Haus der Hexe ist.


Achtung Spoilergefahr!

Pilzhexe

Die Hexe

Ensel und Krete bemerken eine alte Frau im Eingang des Hauses, die ihnen vorwirft, ihr Essen gestohlen zu haben, und ihnen indirekt damit droht, stattdessen sie zu fressen. Aufgeschreckt durch ein Geräusch von draußen verschwindet die Hexe und das Haus beginnt sich zu verwandeln.

Den Geschwistern wird voller Schrecken klar, dass es nicht das Haus der Hexe war, sondern dass das Haus die Hexe ist und damit begonnen hat, sie zu fressen. Der Raum des Hauses beziehungsweise der Magen der Hexe beginnt, sich mit Magensäften zu füllen, und es steht unzweifelhaft fest, dass die Kinder sterben müssen.

Wie Mythenmetz feststellt, sei dies ein zu erwartendes und noch vergleichsweise harmloses Ende gewesen, denn zamonische Geschichten und insbesondere Märchen endeten immer blutig, grausam und die Protagonisten überlebten das Ganze niemals, weshalb die Geschichte hier nun zu Ende sei.


Mythenmetz wäre jedoch nicht der aufsehenerregende und revolutionäre Starautor, der er ist, wenn er sich damit zufrieden geben würde, dass Geschichten eben schlecht enden müssen, weil es sich so gehört. Boris Boris, ein wahnsinniger Buntbär, hackt sich mit einer Axt in das Innere der Hexe und scheint die Kinder zu retten. Als er allerdings davon spricht, Lust auf Fhernhachengulasch zu haben, glauben Ensel und Krete, dass es mit ihnen nun doch zu Ende sei, aber Boris ist grundlegend gutmütig und sein Plan geht zumindest teilweise auf, sodass es den dreien schließlich gelingt, die Hexe zu besiegen, sich zu befreien und den Weg zurück nach Bauming zu finden.


Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg Bearbeiten

Hildegunst von Mythenmetz

Hildegunst von Mythenmetz

Im Anschluss an das Märchen gibt es in der nichtzamonischen Fassung noch eine halbe Biographie des Hildegunst von Mythenmetz, geschrieben von Walter Moers.

In dieser beschreibt Moers die ersten fünfhundert Jahre des Lebens dieses außergewöhnlichen Lindwurms. Nach jedem Erfolg kommt ein Niedergang, nach dem wiederum ein Aufstieg und ein nie da gewesener Höhepunkt folgt. Das Leben von Mythenmetz ist so interessant wie seine Bücher, doch hat er alles getan, um seine Lebensumstände zu verschleiern. Am Ende gibt Moers noch einen Ausblick auf die weiteren fünfhundert Jahre des Lebens von Mythenmetz, doch kapituliert er auch vor der Aufgabe, dessen ganzes Leben beschreiben zu wollen.


Klappentext Bearbeiten

Heimweh nach Zamonien?

Seitdem die Buntbären den Großen Wald bevölkert haben, gilt die idyllische Gemeinde namens Bauming als eine der anziehendsten Touristenattraktionen Zamoniens. Aber seltsame Dinge gehen vor im dunklen Forst. Des Nachts hört man das Stöhnen der Druidenbirken und der Sternenstauner, man munkelt von der Waldspinnenhexe, die noch immer im unbewohnten Teil des Waldes ihr Unwesen treiben soll. Eines Tages verschlägt es Ensel und Krete, ein junges Geschwisterpaar von Fhernhachenzwergen, in den wilden, von Verbotsschildern umstandenen Teil der Baumwelt, und was sie dort erleben, übersteigt all ihre Erwartungen ...


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