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Nebeheimer Leuchtturm

Das Nebelheimer Leuchtturmtagebuch ist ein von Dr. Oztafan Kolibril verfasstes Tagebuch. Darin beschreibt der Eydeet seine Erlebnisse in Nebelheim. Dazu gehören seine Ankunft in der Stadt, seine Forschungen bezüglich der Nebelqualle, das Verhalten Helmholms und die Dokumentation seines fortschreitenden Wahnsinns.

Obwohl es ein eigentlich privates Tagebuch ist, ist es wie für ein Publikum geschrieben (Beispielsweise das Plädoyer für den Einsatz Leidener Männlein). Vermutlich liegt das daran, dass Eydeeten nur wissenschaftliche Werke, die meist auch veröffentlicht werden schreiben und deswegen auch Tagebücher in dieser Weise verfassen.


Das Nebelheimer Leuchtturmtagebuch von Doktor Oztafan Kolibril

1. Tag

Nebelheim, endlich! Was war das für eine unheilgesättigte Reise! Zwei Monate in der Hand von Waldpiraten, alleine darüber könnte ich ein eigenes Buch schreiben, wenn es nicht hauptsächlich das unappetitliche Thema des Kannibalismus hätte. Nur der monströsen Demenz dieser Primaten ist es zu verdanken, dass ich mich befreien konnte und meine vier Gehirne jetzt nicht in geschrumpfter Form mit anderen Fetischen an einem Gürtel baumeln.

Einen weiteren Monat verschenkt in einem Kaff namens Unter-Pakunt, mit einer Dämonengrippe ans Bett gefesselt. Sensationelle Fieberträume, eine Woche lang habe ich phantasiert, ich sei ein Diamant. Ein halbes Dutzend anderer kleinerer Verzögerungen, die meine Reisezeit mehr als verdoppelt haben. Doch reden wir nicht mehr davon!

Heute habe ich den ausgedienten Leuchtturm bezogen. Er ist nicht besonders groß, sein Feuer lange erloschen, es gibt ausgezeichnete Verdunkelungsmöglichkeiten, um es sich gemütlich zu machen. Die Sichtverhältnisse in Nebelheim sind angenehm schlecht, der ewige Wasserqualm filtert das Sonnenlicht vorbildlich - hier lässt es sich ausgezeichnet denken und arbeiten. Beim Eintritt in den Nebel der Stadt steigerte sich meine Intelligenz spürbar, schätzungsweise um fünfzig Prozent.

Die wissenschaftlichen Geräte sind bereits eingetroffen. Bin gespannt, wie sie die weite Reise überstanden haben. Morgen Bestandsaufnahme.

Jetzt noch rasch auspacken.

2. Tag

Nachdem ich zwei Wochen ohne Schlaf ausgekommen bin, habe ich von gestern auf heute tatsächlich acht Stunden geschlafen. Was für ein Luxus! Fühle mich wie neugeboren. Berste vor Energie, meine Hirne rotieren! Das Klima bekommt mir ausgezeichnet. Frühstück aus Resten der Wegzehrung, dann Einrichten im Leuchtturm. Es gibt zwei Räume: ein großes Zimmer unten, direkt hinter der Eingangstür. Kamin mit Kochtopf, ein Tisch, zwei Stühle. Fensterlos, großartig! Das wird mein Labor. Eine Wendeltreppe führt durch einen Hohlraum hinauf zum ehemaligen Leuchtfeuer. Ein großer runder Raum, aber ringsum verglast, daher als Arbeitsplatz ungeeignet. Der Nebel drückt sich wie Watte gegen die Scheiben, sehr pittoresk. Hier werde ich lesen und ruhen.

Ich packe die Kisten aus. Die Sachen haben den Transport erstaunlich gut überstanden. Die Verluste sind zu verkraften Bestandsaufnahme:

  1. Der Geißlersche Labyrinthkolben und die Gläserne Doppelhelix. Eigentlich unglaublich, dass diese zarten Kunstwerke der Glasbläserei in einem Stück angekommen sind.
  2. Das Elektrische Ei mit einer Vakuumpumpe.
  3. Der Lindenhoop-Theodolit.
  4. Der silberne Fueßli-Verkorker (mit komplettem Korkensatz).
  5. Das chamäleonhautverkleidete Spektroskop.
  6. Die Pneumatische Saugpumpe.
  7. Der Kerzenlicht-Heliostat.
  8. Der Pendel-Trigonometer.
  9. Das Oztaskop (eine Linse ist gesprungen, aber ich besitze Ersatz).
  10. Der Aneroide Barograph.
  11. Der Musselin-Hygrometer.
  12. Die Fibonnaci-Spirale mit Kerzenantrieb sowie die dazugehörigen Indigo-Prismen.
  13. Der Auragraph.

Ferner die Kupfer-, Blei- und Goldgewichte zur Einwiegung des Auragraphen, drei Dutzend Auragraphische Platten (mit Emulsion), Zinkpuder, ein Senkblei, die Aurafäden (sechs Meter), ein Liter Quecksilber, bleiversiegeltes Radiumpulver, ein sechszüngiger Rechenschieber, Kampferlösung, eine Flasche mit einem Leidener Männlein in Nährflüssigkeit, unanimiert. Eine Alchimistische Batterie. Die Arbeitskleidung: Bleischürze, Bleihelm, Bleihandschuhe. Die Kiste mit dem Kleinkram (Wägegläser und Schalen, Filtersiebe, Chemikalien, alchimistische Essenzen, Mörser, etcetera). Fünf Fässer mit Stockfisch und ein Hodlersches Sieb zur Entsalzung von Meerwasser (damit mache ich mich von der heimischen Gastronomie unabhängig).

Die beigelegten Bücher waren vollständig: Zigman Kellis geheime Schriften über die Sympathetische Vibration, Feynsinns "Morphologie der Moleküle" und seine unentbehrlichen Tabellen über Subatomare Dislokation. Auch die anderen wissenschaftlichen Bücher sind alle dabei (zu viele, um sie hier einzeln aufzuführen), dito ein paar Bände Mythenmetz zur Entspannung. Was fehlte war die retromagnetische Greife und das Reflexionsgoniometer im Kupferhuhn. Beides ist entbehrlich, aber schade um das schöne mechanische Huhn. Gestohlen? Oder habe ich es vielleicht gar nicht eingepackt? Das Astatische Orloskop der Firma Sarknadel & Schrempp kam in drei Teile gebrochen an. Ich war ein Idiot, so ein kostspieliges Instrument auf eine solche Reise zu geben!


Einige Seiten mit der Auflistung chemischer Substanzen und Feinwerkzeugen.


Helmholm
Nachmittags animierte ich das Leidener Männlein. Jawohl, ich bekenne: ich gehöre zu den Wissenschaftlern, die die Verwendung dieser künstlichen Versuchskaninchen bejahen! Daher an dieser Stelle ein kurzes Plädoyer für den Gebrauch von Leidener Männlein:

Sie sind meines Erachtens das probateste Mittel, um die Wirkung von Chemikalien und Medikamenten im Modellversuch zu erproben, wenn man nicht auf lebende Probanden zurückgreifen will. Ein Leidener Männlein besteht zum größten Teil aus Torf aus den Friedhofssümpfen von Dull und einer Mischung von unbiskantischem Sand, Fett, Glycerin und flüssigem Harz. Diese Bestandteile werden zu einem Männlein geformt und mit einer Alchimistischen Batterie animiert.

In einer Flasche mit Nährflüssigkeit hält es bei guter Pflege und Lagerung ungefähr einen Monat. Es zeigt alle Merkmale echten Lebens, reagiert auf Kälte, Hitze und alle möglichen chemischen Verbindungen. Die abergläubischen Theorien, dass ein Leidener Männlein eine Seele habe und Schmerz empfinde, lehne ich radikal ab, wie soll man ohne ein Nervensystem Schmerz empfinden können? Ich jedenfalls finde es barbarisch, Frösche zu quälen und Mäuse zu foltern, wenn man auf dieses Mittel zurückgreifen kann. Plädoyer beendet.

Das Männlein ist von ausgezeichneter Qualität. Wie jedesmal, wenn ich ein Leidener Männlein erwecke, denke ich mir einen Namen dafür aus: Diesmal nenne ich es Helmholm. Helmholm von Nebelheim. Für den nächsten Monat wird Helmholm meine wichtigste Kontaktperson sein. Ja, einsam ist der Wissenschaftler, und seine Braut ist die Erkenntnis! Der Nebel drängt sich an Fenster wie ein neugieriger Spion.


3. Tag

Machte morgens Besorgungen in der Stadt. Die Nebelheimer wirkten zunächst etwas gespenstisch, besonders, wenn sie plötzlich aus dem Nebel vor einem auftauchen und einem mit ihrem wässrigen Blick durchdringend anglotzen.

Wie viele Gerüchte kursieren um diesen Blick! Böse soll er sein, hypnotisch, verwünschend. Dabei gibt es dafür (wie für alles) einen wissenschaftlichen Grund: Die Nebelheimer müssen so intensiv glotzen, weil die Lichtverhältnisse in ihrer Stadt chronisch diffus sind. Das ist das "Nebelheimer Starren", das mit Unhöflichkeit gar nichts zu tun hat. Wieder ein Mythos entzaubert!

Der Nebel wurde immer dichter. Ich war auf der Suche nach dem Kolonialwarenladen, aber mittlerweile konnte ich nicht einmal mehr einzelne Gebäude ausmachen, ich sah nur waberndes Grau. Da tauchte plötzlich ein Augenpaar vor mir auf, das größer und durchdringender war als alles, was mir bisher begegnet war. Ich erschrak und blieb stehen. Nur Augen, sonst nichts, darum herum rotierender Nebel, ein gespenstischer Anblick! Ich traf tapfer näher, so auch mein Gegenüber, nur noch wenige Zentimeter trennten uns voneinander. Da kam ein Wind auf, und der Nebel verwirbelte sich plötzlich - und es stellte sich heraus, dass ich die ganze Zeit in ein Schaufenster gestarrt hatte: Es waren meine eigenen leuchtenden Augen, gespiegelt vom Fensterglas! Das Fenster gehörte übrigens zum gesuchten Kolonialwarenladen.

Selbst im Geschäft war es neblig, der Wasserdampf stand in kniehohen Schwaden über dem Fußboden. Ich tätigte meine Einkäufe. Der Inhaber war nicht gerade mitteilsam, aber höflich. Er sprach mit tonloser, leicht gurgelnder Stimme. Zum Schluss gab er mir die Empfehlung, zur Zerstreuung die regelmäßigen Blechblaskonzerte im Kurpark wahrzunehmen. Soll einer sagen, dass die Nebelheimer nicht gastfreundlich sind.

Nachmittags dann die erste Nebelprobe entnommen, in direkter Nähe des Leuchtturms: mit der retromagnetischen Saugpumpe den Dampf in den Geißlerschen Labyrinthkolben gezogen. Es war erstaunlich schwer, etwas von der Nebelsubstanz in die Pumpe zu bekommen, ich musste erhebliche Energien mobilisieren. Es gab ein schmatzendes, fettiges Geräusch, als sich die Probe vom Restnebel trennte, dann habe ich sie mit dem Fueßli-Verkorker versiegelt. Die Nebelprobe bewegte sich durch die labyrinthischen Verschlingungen des Kolbens wie eine Schlange - ich kann nicht glauben, dass das Wasser sein soll! Nun, die Auragraphie wird es zeigen.

Abends Lektüre: "Der sprechende Ofen" von Hildegunst von Mythenmetz. Herrje! Was für ein romantischer Quark, übelster Kitsch aus der idiotischen Schule der zamonischen Totmateriedichtung, die jeder wissenschaftlichen Basis entbehrt. Der Titel ist tatsächlich wörtlich zu nehmen und keine Metapher. Mythenmetz hat wirklich Nerven! Aber gut zu lesen. Wie er da über fünfzig Seiten das Ticken einer Standuhr beschreibt - das ist schon gewagt.

4. Tag

Nebel. Natürlich Nebel, ich bin in Nebelheim, aber heute scheint er dichter als zuvor. ich habe eine Methode zur Messung der täglichen Nebeldichte ausgeheckt: Ich nenne es den Oztafanschen Nebeloptometer. ich habe in etwa zehn Meter Entfernung vom Leuchtturm eine (selbstgefertigte) augenärztliche Buchstabentafel aufgestellt, das ist der eine Teil meines Geräts. Der andere ist ein Kreidestrich auf dem Boden meines Schlafzimmer, direkt am großen Fenster. Auf diesem Kreidestrich werde ich mich ab jetzt jeden Morgen stellen und die Buchstabentafel fixieren. Je weniger Buchstabenreihen ich erkennen kann, desto dichter wird der Nebel sein. Ich könnte eine Maßeinheit festlegen, pro unlesbare Buchstabenzeile eine, oder so ähnlich. Wie soll ich diese Maßeinheit nennen? Einen Kolibril? Das ist eine gute Idee.

Heute sind es zwei Kolibril auf dem Oztafanschen Nebeloptometer. Längerer Spaziergang durch die Stadt, bei dem mir seltsamerweise kein einziger Nebelheimer begegnet ist. Die Architektur dieser Stadt hat in ganz Zamonien keine Entsprechung. Wenn ich sie mit einem einzigen Adjektiv bezeichnen müsste, dann würde es wohl "geduckt" lauten. Die Häuser wirken wie vermauerte Maulwurfshügel, alle scheinen aus einer einzigen Gussform zu stammen, sie bestehen einzig aus runden Dächern, die aus dem Erdreich ragen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sich der wesentliche Teil der Häuser unterhalb der Erde befindet.

Helmholm begrüßt mich jetzt immer, wenn ich nach Hause komme. Putziges Kerlchen! Er klopft mit seinen kleinen Fäusten gegen das Glas und trampelt in der Nährflüssigkeit herum. Schade eigentlich, dass er nicht sprechen kann.


5. Tag

Vier Kolibril auf dem Oztafanschen Nebeloptometer. Heute Kontaminierung des Leidener Männleins mit der Nebelprobe - was sein muss, muss sein.

Ich entnahm der Probe im Labyrinthkolben einen kleinen Anteil (wieder dieses schmatzende Geräusch) und injizierte ihn in Helmholms Flasche. Das schien das Männlein mächtig zu amüsieren. Der Nebel, der unter diesen Verhältnissen ein fast organisches Verhalten zeigte, glitt wie eine Wurm über die Innenwand der Flasche, während Helmholm ihn vergeblich zu fangen versuchte. Wie hypnotisiert betrachtete ich das alberne Spiel, bis mich mein Pflichtbewusstsein aus meiner Erstarrung riss.

Einrichten des Auragraphen. Das wird ein Spaß, alle Kalibrierungen sind durch den Transport verstellt. Muss mit Kerzenlicht-Heliostat korrigieren, das wird wohl ein paar Tage dauern. Einen Auragraphen zu kalibrieren, das ist, wie die Instrumente eines ganzen Orchesters zu stimmen. Verbrachte den übrigen Tag damit.

Abends zum Einschlafen "Reisetagebuch eines sentimentalen Dinosauriers" von Mythenmetz. Erstaunlich stark für ein Frühwerk. Wahrscheinlich gefällt es mir auch, weil es eher ein Tatsachenbericht ist als ein Roman. Ich las nur das erste Kapitel, Mythenmetz' Beschreibung der Antiquariatsstadt Buchhaim, aber dieses Kapitel ist ja auch eigentlich ein Buch für sich. Was mag Fiktion, was Wahrheit sein? Ich staunte jedenfalls über die akribische Beschreibung der Katakomben unter der Stadt, mit ihren seltsamen und gefährlichen Bewohnern. Das ist eine Welt die ich auch gerne einmal erforschen würde. So dunkel!


Einige Seiten, die sich mit der Kalibrierung eines Auragraphen und den dabei entstehenden Problemen beschäftigen.


9. Tag

Sieben Kolibril auf dem Nebeloptometer. An Spaziergänge ist nicht zu denken. Fummle immer noch am Auragraphen herum. Ich teile die Überprüfung der sylphidischen Dichte des Nebels ein. Ich entnehme wieder eine winzige Probe mit der Saugpumpe und übertrage sie in die Doppelhelix. Ich schließe den Lindehoop-Theodoliten an - und habe natürlich vergessen, vorher die Anschlüsse zu moebisieren! Eine Doppelstunde Reinigung mit Mikropinzette und Purgierpinsel ist die Folge, dito eine Tirade von Selbstverfluchungen, die von Helmholm in seinem Glas staunend zur Kenntnis genommen wird. Stumm ahmt sein kleines Mundwerk meine Flüche nach.

Endlich die Messung. Das Ergebnis erstaunt mich. Nein, das kann nicht sein, kein Wasserdampf hat solch eine sylphidische Dichte. Neue Messung - dasselbe Ergebnis. Unfug! Ich hätte nicht messen sollen ohne zu moebisieren. Die Pinselreinigung bietet keine Garantie, vielleicht habe ich statt des Nebelmoleküls irgendeine Mikrobe oder Bakterie vermessen. Morgen alles noch mal. Nachtigaller hatte recht, als er sagte, ich würde mir eines Tages noch die Schuhe vor den Socken anziehen. Ich bin im Experiment immer zu stürmisch.

Der Tag ist hin. Ich verfasste eine kleine Denkschrift für die Gralsunder Universität über die verheerenden Einwirkungen der Überpopulation des Dämonenkäfers (Leptiontarsa daemonlineata) auf die Landwirtschaft von Unterkornheim.

Anschließend begab ich mich auf Empfehlung des Kolonialwarenhändlers zum Trompaunenkonzert im Nebelheimer Kurpark. Nur wenige Kurgäste (asthmakranke Halbzwerge aus dem Hutzengebirge) waren anwesend und husteten vor sich hin. Dann begann ein zwölfköpfiges Orchester, ausschließlich Nebelheimer, mit dem Konzert. Die Trompaunenmusik ähnelt einem sanften Blubbern und hat eine beruhigende Wirkung auf mich. Die "glissandi" schienen wie Luftblasen aus den Trompaunenstürzen zu quellen und in den Nebel aufzusteigen. Man hatte fast den Eindruck, dass der Nebel auf die Musik reagierte, sich an manchen Stellen über dem Orchester verdichtete, Wirbel bildete, ja verzückt zu wabern schien - was natürlich an den Windverhältnissen lag. Die Professionalität der Trompaunisten war extraordinär. Jeder von ihnen gab ein kleines improvisiertes, sehr individuelles Solo, was mich belehrte, welch subtile Tonfolgen sich durch bloße Verlängerung und Verkürzung von Schallwegen im Einklang mit der geübten Handhabung von Quartventilen erreichen lassen. Beschwingt schlenderte ich nach Hause und stürzte dabei aufgrund schlechter Sichtverhältnisse über einen Mülleimer voller toter Quallen.


10. Tag

Mindestens zehn Kolibril auf dem Oztanfanschen Nebeloptometer - ich kann die Tafel kaum erkennen. Der fette Qualm schwappt regelrecht bedrohlich um den Turm, stellenweise ist er so dicht, dass er wie ein nasser Schwamm über die Fensterscheiben quietscht. Zum ersten Mal während meines Aufenthalts Anflüge von Unbehaglichkeit. Schließlich fasse ich mir ein Herz und trete hinaus in den Nebel. Es ist als ginge man unter Wasser spazieren, jeder Schritt bedarf großer Muskelanstrengung. Das Atmen fällt schwer, schnell legt sich eine unappetitliche Salzschicht auf den Gaumen. Beklemmung ergreift mich, seelisch wie körperlich. Hierher kommen Leute zur Genesung? Wie schrecklich müssen ihre Krankheiten sein! Ich beschloss, wieder zurückzugehen. Aber ich hatte die Orientierung verloren, mindestens eine Stunde lang irrte ich wie blöde umher, bis ich endlich durch den Zufall gegen meine eigene Haustür lief. Große Erleichterung, als ich die Tür hinter mir schloss.

Ich stürzte mich in die Arbeit.

Abends eingehende Beobachtungen des Leidener Männleins. Der Nebelwurm klebte wie eine Hausspinne am Korken der Flasche, für Helmholm unerreichbar, der seine Anwesenheit ganz vergessen hatte oder ignorierte. Ich klopfte ans Glas und Helmholm klopfte zurück. Drollig. Im Bett wieder in Mythenmetz' Reisetagebuch gelesen. So spannend, dass ich die halbe Nacht damit verbrachte.


11. Tag

Neun Kolibril. Der starke Nebel hält an. Ich wiederhole die Sylphidenmessung, diesmal mit vorschriftlich moebisierten Anschlüssen. Das Ergebnis: dasselbe wie gestern. Unglaublich! Die Sylphidendichte des Nebels ist in etwa die einer lebenden Daseinsform. Und es gibt keinen Zweifel - diese Messung zählt. Nicht dass ich so etwas nicht schon in Betracht gezogen hätte - das physikalische Verhalten des Nebels ist auffällig genug. Das Ergebnis erstaunt dennoch. Eine vergleichbare Sylphidendichte würde ich zum Beispiel bei einer Qualle messen. Die Kalibrierung ist nahezu abgeschlossen.

Abends: Versuche, mich lesend zu zerstreuen. Lektüre: "Die Monosemierung von Polysemien in Texten der Gralsunder Grubendichtung". So aufregend wie Trockenfleisch. ich halte die Literaturwissenschaft für eine völlig unexakte Disziplin. Seltsam: Der Nebel, den ich zunächst für so arbeitsfördernd hielt, beginnt mich zu deprimieren. Es ärgert mich, wie er den Leuchtturm umschleicht und versucht, durch jede Ritze zu dringen.


12. Tag

Nur noch sechs Kolibril auf dem Optometer. Erleichterung. Langer Morgenspaziergang durch den Kurpark. Nebelheimer glitten an mir vorbei wie an Schnüren durch den Bodendunst gezogen. Niemand erwiderte meinen Gruß. Ich kann wirklich nicht begreifen, warum manche Leute hier freiwillig Urlaub machen. Nun ja: preiswert ist es schon.

Mittags: endlich! Der Auragraph ist bereit. Den ganzen Vormittag benötigte ich zur Restkalibrierung, dann konnte ich die auragraphische Platte mit Radiumpulver füllen. Vorsichtig, eine hochgefährliche Sache ist das, also Bleihandschuhe und Bleischürze angezogen, Schutzmaske übergestülpt! Aber dann ist alles klar. Ich positioniere den Labyrinth-Kolben vor dem Auragraphen und mache mich an die Feinjustierung. Dann Aufnahme. Zosch! Taghell erstrahlt das Labor im auragraphischen Licht. Helmholm fällt vor Schreck hintenüber in seine Nährflüssigkeit. Ein magischer Moment, trotz seines rein wissenschaftlichen Charakters. Jetzt heißt es tagelang warten, bis sich die Auragraphie entwickelt hat. Entspannung macht sich breit.


Einige Seiten mit wissenschaftlichen Spekulationen auch auf mathematischem und chemischem Gebiet.


14. Tag

Schon seit zwei Wochen in Nebelheim. Begab mich in die Stadt, um Besorgungen zu machen. Auf dem Weg durch die Dünen begegnete ich drei Nebelheimern, die in Richtung Meer gingen. Das war ungewöhnlich, da die Einheimischen das Meer eher scheuen - warum eigentlich? Ich folgte ihnen in einiger Entfernung. Als sie am Strand ankamen, wurden sie von einer dichten Nebelschliere eingehüllt. Als sich diese verzog waren die drei verschwunden. Auf dem Rückweg in die Stadt hatte ich das alberne Gefühl, der Nebel verfolge mich. Er waberte und wallte um mich, wie ich es noch nie beobachtet hatte, und zum ersten Mal glaubte ich so etwas wie ein Geräusch darin zu vernehmen: ein ständig sich wiederholendes Glitschen, aber auch ein Hauchen, so wie ich mir den letzten Atemzug eines gestrandeten Fisches vorstelle. Wahrscheinlich war es nur der Wind, der sicher auch verantwortlich war für die ungewöhnliche Bewegung des Nebels. Dennoch: Meine Unbehaglichkeit wuchs mit jedem Schritt, wie auch die Aufdringlichkeit des Nebels zuzunehmen schien. Dünne wattige Wirbel umfingerten meinen Kopf und schienen zu versuchen, in meine Gehörgänge zu dringen, ich hörte unverständliches Wispern und feuchtes Gezischel. Ich versuchte, die Wirbel mit wedelnden Händen wie lästige Insekten zu vertreiben, vergeblich.

Als ich endlich am Kolonialwarenladen ankam, hatte er geschlossen. Das war sehr unangenehm, weil ich aus unerfindlichen Gründen den brennenden Wunsch verspürte, einen Eimer Schwefel, Kupfervitriol, sieben Meter Draht und einen Sarg zu kaufen.


15. Tag

Fünf Kolibril. Beobachtung der Auragraphie. Die Aufnahme scheint gelungen, keinerlei Protoschlieren, die Emulsion ist blasenfrei. Noch kann man nichts sagen, der Entwicklungsprozess ist quälend langsam. In der Nacht ein kurioses Wetterphänomen beobachtet. Über der Stadt tobte stundenlang ein mächtiges Gewitter, Donner rollte unablässig, Blitze zuckten, vom Nebel in diffuse Lichtexplosionen aufgelöst - aber seltsam - kein einziger Regentropfen fiel, kein Wind kam auf. Einzige logische Erklärung: Der Nebel umgibt die Stadt wie eine schützende Hülle, absorbiert Regen und Wind.


16. Tag

Das Gewitter konnte es mit dem Nebel nicht aufnehmen - aber immerhin: nur zwei Kolibril auf dem Nebeloptometer! Man sieht sogar die Sonne durchschimmern. Auragraphiebetrachtung: Ja, das wird was. Deutliche Auramanifestation, die Emulsion trocknet regelmäßig ab. Da kann man bald Ergebnisse besichtigen.

Ich nutze die geringe Nebeldichte für einen ausgedehnten Spaziergang. Die warzenähnliche Beschaffenheit der Nebelheimer Architektur wird bei diesen Sichtverhältnissen noch augenfälliger. Irgendwie bösartig, wie eine Krankheit der Erdhaut. Nur wenige offizielle Gebäude, die Gasthäuser, der Kolonialwarenladen und so weiter sind in herkömmlicher Manier gebaut, mit geraden Wänden und Fenstern. Ich werden den Eindruck nicht los, dass diese Gebäude nur für die Gäste der Stadt existieren. So plötzlich, wie der Nebel verschwunden war, kam er wieder zurück. Starke Böen vom Meer, fette Dunstschlangen wälzten sich durch die Straßen und verschlangen Häuser und Passanten. Ich verspürte wieder die penetrante Aufdringlichkeit des Nebels und beeilte mich heimzukommen.

Ich weiß nicht, warum, aber ich befand mich in gereizter Stimmung, als sich die Tür des Leuchtturms endlich hinter mir zuschlug. Mein Blick fiel auf Helmholm, der in seinem Glas bei meiner Ankunft wie üblich randalierte. Ich ging zu dem Leidener Männlein und klopfte an seine gläserne Behausung. Helmholm schien sich zu freuen, dass sich jemand mit ihm beschäftigte, und er hüpfte auf und ab. Ich aber kippte die Flasche so, dass er hintenüber in die Nährflüssigkeit fiel. Darüber musste ich lachen. Als er sich mühsam wieder erhoben hatte, kippte ich die Flasche so, dass er vornüber fiel. Das fand ich noch komischer. Dann hob ich die Flasche hoch und fing an, sie zu schütteln. Helmholm torkelte hilflos darin herum, die Flüssigkeit schwappte hin und her und spritzte ihm um die Ohren. Ich wurde rasend, ich tanzte durch das Labor und schüttelte die Flasche über meinem Kopf, lachend wie ein kleines böses Kind, während Helmholm darin gegen die Wände klatschte, das arme Kerlchen. Dann kam ich endlich wieder zu mir. Halb besinnungslos schwamm Helmholm in der Flüssigkeit und versuchte, seinen Kopf über Wasser zu halten. ich schämte mich sehr, und ich finde für mein Verhalten bis jetzt keine Erklärung.

Das Männlein erholte sich noch im Laufe des Abends, um schließlich wieder stumpfsinnig in seiner Brühe zu sitzen, als sein nichts geschehen. Die Nebelprobe aber ist verschwunden. Wahrscheinlich habe ich sie mit meiner Schüttelei mit der Nährflüssigkeit vermischt. So benimmt sich kein Wissenschaftler, so führt sich ein Tollwütiger auf! Ich schämte mich bis in meine Träume hinein.


17. Tag

Sechs Kolibril. Den halben Tag Bestürzung über mein gestriges Verhalten. ich muss wieder unter Leute, diese Einsamkeit im Leuchtturm hat eine zerrüttende Wirkung auf meinen Verstand. Ich beschließe, heute einen arbeitsfreien Tag einzulegen, die Auragraphie vor sich hin reifen zu lassen und einen langen Spaziergang zu machen.

Nachmittags Lektüre: Mythenmetz' "Gesammelte Gedichte". Ich fürchte, für die Poesie bin ich rettungslos verloren. Weiter kann sich Denken von der Wissenschaft nicht entfernen. Immer diese Unklarheiten, diese Verrätselungen, die blöden Metaphern. Wieso "Wassersocke", wenn man auch Regenrohr sagen kann?

Abends dann zum ersten Mal in Gesellschaft, seit ich in Nebelheim weile. Ich speiste im einzigen Gasthof "Zum Nebelhorn". Vier Nebelheimer saßen an verschiedenen Tischen und aßen stumm. Ein Kellner mit dem ortsüblichen starren Blick glitt durch den Bodennebel. An einer Wand stand eine große Standuhr aus Gusseisen, deren lautes Ticken mir die unabänderliche Vergänglichkeit allen Seins einhämmerte. Es gab nur ein Tagesgericht: einen gedämpften, mir unbekannten Fisch (auf der Speisekarte als "Nebelfisch" bezeichnet), der völlig durchsichtig war. Man konnte seine Organe im Inneren dezent leuchten sehen - offensichtlich lebte er noch. Als Beilage winzige Aale, im Rauch erstickt. Nun, ich bin nicht wählerisch. Es schmeckte wider Erwarten ganz ordentlich. Unangenehmer waren mir die Blicke des Kellners, der mich während des ganzen Essens so durchdringend anstarrte, als wolle er mir mit seinen Blicken ein Loch in den Kopf brennen.

Auf dem Heimweg durch den wallenden Nebel begegnete ich dem Kolonialwarenhändler. ich grüßte höflich, aber er glitt wortlos an mir vorbei. Oder war es gar nicht der Ladenbesitzer? Sie sehen alle so gleich aus hier.


18. Tag

Fünf Kolibril. Eine Beobachtung, die man bei der Nebelbetrachtung macht: Nähert sich der Nebel einem Gegenstand, etwa einem Baum, dann verklärt sich der Baum zunächst nur ein wenig, er wird etwas weicher in seinen Konturen, weniger scharf und farbloser. Dann scheint er sich im Nebel aufzulösen, Blatt für Blatt, Ast für Ast, bis er völlig verschwunden ist. Oder: Bis der Baum Nebel geworden ist. Das ist natürlich eine kindische und völlig unwissenschaftliche Betrachtungsweise. Der Baum bleibt an seinem Platz, er wird nur unserem Blick entzogen. Warum ich das trotzdem aufschreibe? Keine Ahnung.

Das Leidener Männlein führt sich seltsam auf. Jede Schwerfälligkeit ist von ihm gewichen, es ist in hektischer Betriebsamkeit. Es watet im Kreis durch die Nährflüssigkeit und brabbelt stumm vor sich hin, oder es tobt ausgelassen darin herum wie ein badendes Kind. Manchmal hat es stundenlang mit dem Kopf gegen die Glaswand, was ein enervierend monotones Geräusch erzeugt. Morgen ist die Auragraphie fertig, jedenfalls deutet alles darauf hin.


19. Tag

Es ist unglaublich! Ich bin den Tränen nahe! Als ich heute Morgen voller Erwartung nach unten ging, um die Auragraphie zu betrachten, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass die Emulsion verwackelt war!

Es ist eigentlich unmöglich, aber irgendjemand muss nachts hier eingedrungen sein und sie mutwillig verwackelt haben. Die ganze Arbeit umsonst. Ich kann entweder unverrichteter Dinge wieder abreisen oder alles noch mal von vorne machen.

Zu mutlos zum Weiterschreiben.


20. Tag

Den Vormittag damit verbracht, die neue Aufnahme einzurichten. Werde natürlich den Teufel tun, abzureisen!

Nachmittags neue Aufnahme. Und wieder warten.

21. Tag

Fünf Kolibril auf dem Nebeloptometer. Gefalle mir heute im Nichtstun. Ein ganz neuer Zug an mir, wie so viele in letzter Zeit. Ich betrachtete mich lange in dem riesigen Spiegel, der früher dazu diente, das Leuchtfeuer des Turmes in die Ferne zu senden. Er ist konvex gebogen, wodurch mein Aussehen lachhaft in die Breite gezogen wird. Tatsächlich lach ich darüber etwa drei Stunden lang, bis ich mich wieder einkriege.

Etwas verändert sich. Mir ist als ginge ich durch ein sehr feines Sieb, das nur meine besten Bestandteile passieren lässt. Was übrigbleibt, wird eine neue, bessere Person sein.


22. Tag

Vier Kolibril. Das Leidener Männlein zeigt immer merkwürdigere Verhaltensweisen: Es versucht, mit der Nährflüssigkeit etwas zu bauen. Das Wasser rinnt ihm immer wieder durch die kleinen Finger, aber das hält Helmholm nicht davon ab, wieder und wieder zu versuchen, es übereinander zu türmen.

"Die Einsamkeit ist die liebste Gespielin des Wahnsinns" - Ich glaube, Huzzek Fano hat das gesagt. Oder war es Tripel van Steifock?


23. Tag

Nach langer Überlegung kommt für die Verwacklung der Auragraphie eigentlich nur Helmholm in Frage. Er hat sich gegen mich verschworen. Aber mit wem? Und wer lässt ihn aus der Flasche? Etwa ich selbst?


24. Tag

Wenn flach komisch wäre, dann müsste ein Teller zum Lachen sein. Versuchte mich an jemanden zu erinnern, den ich nicht kannte.


25. Tag

Verbrachte den größten Teil des Vormittages damit, zu versuchen, den Leuchtturm durch das Schlüsselloch zu verlassen. Es ist unmöglich.

Ich muss Helmholm töten. Aber womit?


26. Tag

Ich weiß gar nicht, ob ich es erwähnen soll: Gestern Abend begegnete ich meinem Vater. Ich dachte zuerst, es sei wieder mein Bild in dem alten Spiegel, aber ich befand mich ja gerade im Begriff, nach oben zu gehen. Er kam mir auf der Treppe entgegen, und er würdigte mich keines Blickes. Das ist insofern seltsam, als mein Vater seit fünfzig Jahren tot ist.

Derartig schwer erklärliche Ereignisse häufen sich in der letzten Zeit. Ist das besorgniserregend? Eigentlich nicht: Seltsamerweise scheinen mir diese Vorfälle, je mehr sie sich häufen, immer gleichgültiger zu werden. Wie viel Kolibril auf dem Optometer? Egal.


27. Tag

Habe ich die letzten vier Einträge verfasst? Es muss so sein, denn es ist meine Schrift. Aber was ist das für ein irres Gefasel? Verliere ich den Verstand?

Ich habe an die letzten vier Tage keinerlei Erinnerung. Ich fürchte, ich bin krank. Ein Rückfall in die Dämonengrippe? Ich fühle mich nicht gut, bin nervös, fahrig, habe Hitzewallungen. Würde die Arbeit glatt abbrechen, wenn die zweite Auragraphie nicht dicht vor der Vollendung stünde.


28. Tag

Was ist das für ein seltsamer Eintrag gestern? Natürlich habe ich die vier Einträge vorher verfasst. Aber wer hat den von gestern geschrieben? Seltsam: Es ist meine Schrift. Ist das der Kerl, dem ich auf der Treppe begegnet bin? Treibt sich hier ein Doppelgänger herum? Der sich mit dem Leidener Männlein verbündet hat?

Ich muss noch mehr auf der Hut sein! Jetzt kann ich schon mir selber nicht mehr über den Weg trauen.

Wollte in die Stadt zum Einkaufen, scheiterte aber erneut daran, den Turm durch das Schlüsselloch zu verlassen.

Ich muss abnehmen.


29. Tag

Habe wie geplant abgenommen, mein komplettes Körpergewicht an nur einem Tag. Das Problem ist, dass ich jetzt unsichtbar bin, eigentlich gar nicht mehr existent.

Andererseits passe ich jetzt mühelos durch das Schlüsselloch. Frei wie ein Geist tanze ich mit dem Nebel.

Des Nachts seltsame Musik aus dem Inneren der Erde. Im Rauschen der Wellen entdecke ich geheimnisvolle Botschaften, die ich noch entschlüsseln muss.


30. Tag

Ja Nabgau leral Nabsgau, ich chehorge dir! Ich derwe Holmhelm tentö! Ich derwe Briliko tentö! Ja Nabgau leral Nabsgau, ich chehorge dir!

Ja Nabgau leral Nabsgau, ich chehorge dir! Ich derwe Holmhelm tentö! Ich derwe Briliko tentö! Ja Nabgau leral Nabsgau, ich chehorge dir!

Ja Nabgau leral Nabsgau, ich chehorge dir! Ich derwe Holmhelm tentö! Ich derwe Briliko tentö! Ja Nabgau leral Nabsgau, ich chehorge dir!


Dies wiederholt sich über einige Seiten.


31. Tag

Schon wieder eine Erinnerungslücke. Zwei Tage! Habe ich diesen Schwachsinn wirklich geschrieben? Was soll das bedeuten? So geht das nicht weiter, ich muss hier verschwinden.

Als ich heute Morgen mit starken Schmerzen in allen Gehirnen erwachte, fand ich Helmholm tot in seiner Nährflüssigkeit schwimmend. Hat ihn die Nebelprobe umgebracht? Oder war ich das?

Heute Nachmittag endlich Auswertung der Auragraphie. Morgen breche ich die Zelte ab.


32. Tag

Ich habe die Auragraphie analysiert. Fühle mich nicht wohl, und das liegt nicht nur an den, was ich dabei gesehen habe. Ich muss diesen vielleicht letzten Augenblick der Klarheit nutzen, bevor es dem Nebel wieder gelingt, mich zu umnachten. Keine Zeit für Erklärungen, nur die wichtigsten Fakten:

Erstens: Der Nebel ist kein Wetterphänomen, sondern etwas Lebendiges. Die Auragraphie zeigt eindeutig organische Strukturen. Vielleicht ist es ein lebendes Gas.

Zweitens: Die Nebelheimer verbindet eine geheime Allianz mit dem Nebelwesen. Ich vermute eine Form von ungesunder Symbiose.

Drittens: Der Nebel treibt jeden, der kein Nebelheimer ist, in den Wahnsinn. Ich weiß, wovon ich rede.

Viertens: Diese Stadt ist eine Falle! Ich habe keine Erklärung dafür, ich weiß nicht, welche Absichten die Nebelheimer umtreibt, aber ich mutmaße, dass sie bösartiger Natur sind.

Fünftens: Es gibt eine Verbindung zwischen Nebelheim und den Gerüchten um Untenwelt! Die Auragraphie zeigte Strukturen, die in keinem der mir bekannten Welt existieren. Dieser Nebel kommt nicht aus dem Meer. Er kommt aus der Erde!

Sollten diese Aufzeichnungen von jemandem gefunden werden, der kein Nebelheimer ist, dann mögen sie als Warnung dienen: Du, der du diese Aufzeichnungen gerade liest - flieh! Flieh, solange du noch kannst!

Es klopft an der Tür.

Sie sind gekommen.

Sie sind gekommen, um mich zu holen.

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