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Prinz Kaltbluth ist der fiktive Held einer, bei jugendlichen Zamoniern, sehr beliebten und allgemein erfolgreichen Romanreihe.

AllgemeinesBearbeiten

Die Prinz-Kaltbluth-Romane sind eine sehr bekannte und erfolgsgekrönte Buchreihe, die vom Autor Graf Zamoniak Klanthu zu Kainomaz verfasst wurde beziehungsweise wird. Diese Bücher sind der Spannungs- und Abenteuerliteratur zuzurechnen, während manche skeptische Kritiker noch die Einteilung in Trivial- und sogar Schundliteratur vornehmen.[1]

Der Held der Abenteuer ist Prinz Kaltbluth der in jedem der Romane Zamonien vor Unheil bewahrt und immer wieder einige Romanzen mit gewissen Prinzessinnen hat. Hauptsächlich gründet sich der Erfolg dieser Bücher auf die Mischung von Spannung, Romantik und Heldentum, womit nach Meinung einiger Kritiker nur die niedrigsten Bedürfnisse der Leserschaft angesprochen werden und also nur eine flüchtige Befriedigung niedriger Masseninstinkte stattfindet.[2]

Die Romane bilden einen starken Gegensatz zur sonst so oft beschriebenen zamonischen Hochliteratur. Dies spiegelt sich besonders deutlich in der Tatsache wieder, dass zamonische Geschichten grundsätzlich negativ enden und die Prinz-Kaltbluth-Romane immer ein Happy End haben.[3]

Der kitschige Aspekt wird vor allem dadurch unterstrichen, dass die Romane viele bekannte Stereotypen bedienen. Darunter natürlich die Dame in Not (die diversen Prinzessinnen, die Kaltbluth befreit) und der strahlende Ritter auf dem weißen Pferd, den Prinz Kaltbluth in seiner goldenen Rüstung, auf seinem Hengst Schneesturm und mit goldenem Schwert sowie einem goldenen Schild perfekt darstellt.[4]

AblaufBearbeiten

Der typische Ablauf eines Prinz-Kaltbluth-Romans scheint immer derselbe zu sein. Blaubär beschreibt es wie folgt: Es wird "stets ein mindestens dreiköpfiges Ungeheuer von Prinz Kaltbluth in seine Schranken verwiesen, eine rothaarige Prinzessin aus den Klauen desselben befreit und auf die folgenden Abenteuer von Prinz Kaltbluth verwiesen". In diesen Folgeromanen würde "es ebenfalls garantiert nicht ungeheuer- oder prinzessinnenfrei zugehen"[5].


Prinz-Kaltbluth-WeltBearbeiten

Die Welt der Prinz-Kaltbluth-Romane ist grundsätzlich fiktiv. Die Handlung spielt zwar scheinbar auf dem Kontinent Zamonien, doch angereichert mit einigen fantastischen und größtenteils klischeehaften und kitschigen Elementen. Diese Welt wird bevölkert von Ungeheuern, die wohl teilweise fiktiv und teilweise real sind. Dreiköpfige Monster gehören selbst in Zamonien ins Reich der Fiktion, während Laubwölfe und andere, wenn auch oft vom Aussterben bedroht, wirklich bösartige Daseinsformen sind.[6]

Außerdem existieren noch einige Bösewichte, die aus finsteren Motiven heraus, die Prinzessinnen entführen, um von Prinz Kaltbluth besiegt zu werden. Dies allerdings nur wenn die Damen nicht schon in der Gewalt schrecklicher Ungeheuer sind.

Zu diesen Prinzessinnen, in jedem Abenteuer eine andere, gehören wohl diverse Königreiche und ihre Herrscher, Untertanen und Ländereien, die es in der Menge wohl selbst nicht in Zamonien gibt.

IllustrationenBearbeiten

Um das jugendliche Publikum noch mehr zu unterhalten sind wahrscheinlich die meisten Romane illustriert. Der aktuelle Illustrator ist unbekannt, doch weiß man, dass das Werk "Das Schweigen der Sirenen" mit den Illustrationen eines gewissen Werma Tosler versehen war.[7]

(Werma Tosler ist das einzige Anagramm, das Walter Moers von seinem eigenen Namen gemacht. Es ist bezeichnend, dass das Anagramm keiner der Dichterfürsten oder anderen Literaturschaffenden ist, sondern ein Illustrator von Trivialliteratur. Walter Moers ist als Comiczeichner groß geworden und viele sehen Comics immer noch als triviales Genre.)

Bekannte WerkeBearbeiten

Die unzählige Anzahl der Romane macht es dem durchschnittlichen Zamonier fast unmöglich sich alle zu merken. Nicht-Zamoniern hingegen sind nur zwei Werke und diese auch nur vom Titel her bekannt.

Das Schweigen der Sirenen: Das einzige erfolglose Buch Kainomaz´, das nach seinem späteren Erfolg jedoch ebenso zum Bestseller wurde. Wahrscheinlich auch der erste Prinz-Kaltbluth-Roman.[8]

Der Wald mit den tausend Armen: Ein Band der vermutlich im Großen Wald spielt und in dem Kaltbluth sich wohl mit Laubwölfen und anderen Waldgeschöpfen herumschlagen muss.[9]

AutorBearbeiten

Graf Zamoniak Klanthu zu Kainomaz nennt sich der Autor der Prinz-Kaltbluth-Romane. In Wirklichkeit heißt er Per Pemmf und war vor seiner schriftstellerischen Karriere ein gewöhnlicher Gastwirt.[10]

Vermutlich gehört er einer der sehr langlebigen Daseinsformen Zamoniens an, denn sein einziges erfolgloses Werk "Das Schweigen der Sirenen" ist bereits zu Zeiten von Mythenmetz´ Jugend zur Antiquität geworden, während Blaubär in seiner Zeit in Atlantis noch von einem lebenden Schriftsteller berichtet.

Alles weitere Wissenswerte ist über Per Pemmf unbekannt. Möglicherweise legte er sich nicht nur einen Künstlernamen zu, um besser verkaufen zu können, sondern so auch seine eigene Privatsphäre zu schonen.


FigurenBearbeiten

In den Prinz-Kaltbluth-Romanen erscheinen unzählige Figuren und Gestalten, doch nur wenige sind in (fast) jedem Abenteuer dabei. Diese werden hier näher beschrieben.

Prinz KaltbluthBearbeiten

Über den großen Held selbst ist eigentlich am wenigsten bekannt. Vermutlich deshalb, weil ihn jeder Zamonier kennt und eine Beschreibung überflüssig wäre. Darum können Nicht-Zamonier nur spekulieren.

Es liegt nahe, dass Kaltbluth ein Mensch ist. Angesichts der ursprünglichen Sage aus der der Name des Helden entlehnt ist und der erwähnten Physiologie hat er zumindest die äußere menschliche Form. Doch muss hier auch angeführt werden, dass nach den Erbfolgerempeleien kaum noch Menschen auf dem Kontinent leben und auch nicht sonderlich angesehen sind, was wiederum gegen einen Menschen als Prinz Kaltbluth spricht.

Auch ist unklar wie alt Prinz Kaltbluth ist, obwohl man annehmen kann, dass er wohl zeitlos ist und vermutlich immer derselbe starke junge Mann ist, der das Gute triumphieren lässt.

Was man weiß ist, dass er immer nur aus den edelsten Motiven handelt. Nur zum Schutze anderer erhebt er das Schwert und um Zamonien vor dem Bösen zu bewahren kämpft er selbst gegen die "grauenerregendsten Ungeheuer" und die "übelsten Schurken". Prinz Kaltbluth ist der vorbildlichste Held Zamoniens, denn trotz der vielen bildhübschen Prinzessinnen auf seinem Weg und einiger Romantik zieht er immer einsam weiter, um neue Gefahren zu bannen.[11]

RunkelstielBearbeiten

Runkelstiel ist der Begleiter Prinz Kaltbluths und auch sein treuer Knappe. Er ist ein Gnom, wobei unbekannt ist was für eine Art Gnom, denn es existieren in Zamonien mehrere Gnomarten. Sicher ist, dass er bucklig, sehr wahrscheinlich entsprechend klein und feige ist. Während der Kämpfe seines Herrn bringt er sich in Sicherheit und feuert ihn an. Zusätzlich wird Runkelstiel als nicht der Hellste beschrieben, was ihn wiederum zu einer idealen Klischee-Erfüllung des tumben, unansehnlichen Begleiters macht.[12]

SchneesturmBearbeiten

Das treue Pferd Prinz Kaltbluths ist der edle Hengst Schneesturm. Der Name lässt vermuten, dass es sich um einen Vertreter einer hellfelligen Pferderasse handelt, zumal dies auch dem Klischeebild des Prinzen auf dem weißen Pferd entspricht. Weitere Eigenschaften Schneesturms sind unbekannt.[13]

KritikenBearbeiten

Die Meinungen über die Prinz-Kaltbluth-Romane geht in Zamonien weit auseinander. Auf der einen Seite stehen die sehr kritischen Vertreter der Hochliteratur und Kultur, wie Prof. Nachtigaller und Hildegunst von Mythenmetz. Auf der anderen Seite steht eine große Mehrheit der begeisterten zamonischen Jugend, wie Ensel von Hachen, Aksel von den Quellen und Rumo von Zamonien.


"Prinz-Kaltbluth-Romane, die: Beklagenswertes Phänomen der zamonischen Literatur, geschrieben von Graf Klanthu zu Kainomaz (alias Per Pemmf). Wenngleich in monströser Zahl verlegt und gelesen, sprechen die Prinz-Kaltbluth-Romane nur die niedrigsten Bedürfnisse an, als da sind: Romantik, Spannungssucht und wirklichkeitsfremder Eskapismus."[14] aus Prof. Nachtigallers Lexikon

Aksel von den Quellen hingegen behauptet es sei das Spannendste, Abenteuerlichste und Genialste, was jemals in zamonischer Literatur geschrieben worden war, dagegen könne man das Gesamtwerk von Hildegunst von Mythenmetz getrost "in der Pfanne braten". Niemand, der ein Herz im Leibe habe, könne sich dem hypnotischen Sog dieser Meisterwerke entziehen.[15]

Sonstiges

Ensel und weitere begeisterte Leser ziehen aus den Geschichten diverse Erkenntnisse und Lehren. So sollte man Markierungen beim Durchstreifen von Wildnis hinterlassen oder potentiell giftige Pilze in möglichst geringen Dosen testen.[16]

Die Prinz-Kaltbluth-Romane erreichen eine so große Beliebtheit, dass bereits bei Mythenmetz´ erstem Besuch in Buchhaim Gerichte mit Namen wie "Prinz-Kaltbluth-Pastete" oder "Stopfnudel Kainomaz" angeboten und sehr geschätzt werden.[17] Doch hält die Begeisterung auch zweihundert Jahre später noch an, sodass dieselben Gerichten in Buchhaim weiterhin aktuell sind.[18]

Auch ein Buchling, vermutlich mit dem Namen Per Pemmf oder Graf Zamoniak Klanthu zu Kainomaz, hat sich die Prinz-Kaltbluth-Romane angeeignet und auswendig gelernt. Von ihm und einem anderen, vermutlich mit dem Namen Mineola Hick, der alle Graf-von-Elfensenf-Romane kennt, lernt Hildegunst von Mythenmetz alle Maschen und Kniffe der Trivialliteratur, die ihn bei seinem schriftstellerischen Erfolg wohl sehr von Nutzen waren, besonders da er nicht nur in seiner Jugend ein großer Anhänger solcher Literatur war.[19]


QuellenangabenBearbeiten

  1. Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär(12. Mein Leben in Atlantis), Literatur, S. 534f.
  2. Ensel und Krete, I. Bauming , S. 30; S. 48.
  3. Ensel und Krete, III. Das Haus , S. 200.
  4. Ensel und Krete, I. Bauming , S. 104.
  5. Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär(12. Mein Leben in Atlantis), Literatur, S. 535.
  6. Ensel und Krete, I. Bauming , S. 74.
  7. Die Stadt der Träumenden Bücher , 12. Das Buchstabenlaboratorium des Phistomefel Smeik, S. 111.
  8. Die Stadt der Träumenden Bücher , 12. Das Buchstabenlaboratorium des Phistomefel Smeik, S. 111.
  9. Ensel und Krete, I. Bauming , S. 96.
  10. Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär(12. Mein Leben in Atlantis), Literatur, S. 535.
  11. Rumo & Die Wunder im DunkelnErstes Buch: ObenweltIII. Wolperting , Schnitzen und Schmökern, S. 242.
  12. Ensel und Krete, I. Bauming , S. 74.
  13. Ensel und Krete, I. Bauming , S. 104.
  14. Ensel und Krete, I. Bauming , S. 30.
  15. Rumo & Die Wunder im DunkelnErstes Buch: ObenweltIII. Wolperting , Schnitzen und Schmökern, S. 241.
  16. Ensel und Krete, I. Bauming , S. 30f; S. 147.
  17. Die Stadt der Träumenden Bücher , 09. Colophonius Regenschein, S. 54.
  18. Das Labyrinth der Träumenden Bücher , Buchwein aus Buchhaim, S. 145.
  19. Die Stadt der Träumenden Bücher , 38. Zack hitti zopp, S. 280.

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